Villa Hügel in Essen


An einem leicht regnerischen Septembertag, um genau zu sein, den 30.09.2017, besuchten wir die Villa Hügel in Essen. Dort lebte die berühmte Ingenieur-Familie Krupp, dessen Firma bis heute noch bekannt ist.

Endlich in Essen angekommen, nahmen wir die S-Bahn und fuhren damit bis zur Haltestelle „Villa Hügel“.

Dort ausgestiegen, entdeckten wir einen sehr stürmischen See. Da es nicht regnete, beschlossen wir ihn zu erkunden.

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Sturm, Villa Hügel, Вилла Хюгель, Schloss, Замки, Море, See

Wir befanden uns unter einem Stand, welcher Tickets anbot, um an Seereisen teilzunehmen. Es fing an, zu regnen und die feinen Wasserperlen fielen geschmeidig auf den Boden. Um mich herum blies der Wind von allen Seiten und ich fühlte mich davon umgeben. Gegenüber von mir sah ich viele Wohnmobile. Häuser konnte man auch erkennen, welche wahrscheinlich dafür benutzt wurden, um sich während der Ferien in ihnen zu entspannen. Auf diesem See wurden auch Ruderrennen veranstaltet. Um den Zuschauern eine Gelegenheit zu bieten, diese Spiele anzuschauen, wurden Tribunen erbaut, wo sie sich hinsetzen können. Wir erblickten auch einige Sportfanatiker, welche im Regen auf dem Stürmischen See mit ihren Booten trainierten. Ich entdeckte auch eine dreistufige Siegertreppe, auf welcher man Siegerehrungen und Medaillen ausgeteilt bekommt.

Nach unserer kleinen Unterbrechung am See, wanderten wir einen kleinen Berg hoch zur Villa Hügel.

Vorerst möchte ich etwas über die Familie Krupp erzählen. Die für uns bekannte Generation begann mit Friedrich Karl Krupp (1787–1826) und seiner Ehefrau Therese Wilhemi (1790–1850). Diese brachten 4 Kinder zur Welt und darunter auch Alfred Krupp. Alfred Krupp war einer der bedeutendsten deutschen Industriellen, der die Gussstahlfabrik (1811) seines Vaters mit der Produktion von Radreifen für Eisenbahnen und später von Rüstungsgütern zum größten europäischen Industrieunternehmen seiner Zeit ausbaute, die heute genannte „Thyssen Krupp AG“.

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Er heiratete Bertha Eichhoff, welche dann nach der Vermählung Bertha Krupp hieß. Beide bekamen Friedrich Alfred Krupp. Er führte die Firma seines Vaters weiter und vermählte sich mit Margarethe Freiin von Ende. Sie gebaren Barbara Krupp und Bertha Krupp. Da beide Nachfahren weiblich waren mussten sie den Nachnahmen ihrer Ehemänner nehmen. Deshalb wurde aus der Familie Krupp „Krupp von Bohlen“ (Bertha heiratete Gustav von Bohlen und Halbach) und „Krupp von Wilmowsky“ (Barbara heiratete Tilo Freiherr von Wilmowsky). Bertha und Gustav gebaren acht Kinder welche Arnold von Bohlen und Halbach, Claus von Bohlen und Halbach, Irmgard von Bohlen und Halbach, Berthold von Bohlen und Halbach, Harald von Bohlen und Halbach, Waldtraut von Bohlen von Bohlen und Halbach, Eckbert von Bohlen und Halbach und Alfried Krupp von Halbach hießen. Alfried Krupp von Bohlen hatte zwei Ehefrauen gehabt welche Annelise Lampert und Vera Knauer hießen. Er hatte einen gemeinsamen Sohn von Annelise Lampert, welcher Arndt von Bohlen und Halbach hieß. Er starb 1986 und er hat keine Erben zur Welt gebracht und dadurch starb die Familie Krupp aus.

Ich sah ein großes Tor und ich vermutete, dass es vor fremden Leuten ein guter Schutz wäre. Am Tor kauften wir uns Tickets und betraten das Grundstück. Mein erster Gedanke war, dass ich mich statt in einem Vorhof zu befinden, in einem Park gelandet bin. Die Straßen waren breit und ich dachte, dass sie speziell für Autos erbaut wurden. Viele Alleen aus Kastanien-Bäumen brachten uns zur Villa bergauf. Das Gebäude sah einfach fantastisch aus, mit seiner unglaublich schönen Aussicht, falls man auf einer der riesigen Terrassen stehen würde. Selbst wenn man vor dem Haus der Krupps stehen würde, könnte man niemals genug von dem Ausblick bekommen.

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Wir betraten die Villa. Über uns hingen massive Kronleuchter, welche mit vielen Kringeln verziert sind. Die Zimmerdecke war mit vielen Blumen und anderen Mustern bearbeitet, sodass man es als ein besonderes Kunstwerk betrachten konnte. Anscheinend galt es zur damaligen Zeit sehr wohlhabend und einzigartig, viele Gegenstände mit verschiedenen Schnörkeln zu besitzen. Selbst bis heute zählen Sachen mit Verzierungen sehr interessant.

Im Museum fanden wir viele Modelle von verschiedenen Booten. Man konnte dort herausfinden, dass die Familie den Bau von Schiffen finanziert hat und selbst gerne an Fahrten teilnahm.

Viele prominente Gäste besuchten auch gerne seine Villa. Man konnte dort ein kleines Podium erkennen, wo Alfred Krupp seine Reden hielt.

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Weiter im Museum unterwegs entdeckten wir viele Habseligkeiten der Krupps und dadurch konnten wir die Hintergrundgeschichte erforschen. Anscheinend war Alfried Krupp von Bohlen von Sport sehr begeistert, denn er hat bei den Vorbereitungen der Olympischen Spielen mitgemacht und sogar den ersten Platz erzielt.

Hier sieht man den Sportpass von Alfried von Bohlen und Halbach. Auf der rechten Seite bestand der Pass aus persönlichen Daten wie zum Beispiel der Sportpassnummer, dem Namen und Vornamen, der Adresse, dem Beruf und dem Geburtsdatum. Auf der linken Seite findet man Informationen über die treibende Sportart heraus. Als Beispiel den Verein und wo er zu finden ist.

Durch die fleißig geleistete Arbeit von Alfried Krupp, bekam er als Lohn einen Ehrenring der Stadt Essen. Er symbolisiert große Leistung für das „Vaterland Deutschland“ und zeigt Dank aus. Übergeben wurde der Ring von dem Damaligen Oberbürgermeister Wilhelm Nieswand am 17 November 1961.

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Auch fanden wir in der Villa Hügel einen großen Brunnen vor. Er war silbern und hatte viele Kunstvoll ausgeschnittene Figuren. An dem unteren Rand konnte man eine Schrift erkennen.

Im Museum befinden sich auch einige Gegenstände, welche Alfred und Bertha Krupp gehörten.

Zuerst sah ich eine Brosche mit vielen kleinen Steinen verziert und in dreiartige Schichten aufgeteilt. In der Mitte des Sterns war ein goldener Kreis zu sehen und um ihm herum eine dünne rote Linie. Drumherum erschien alles silbern zu glitzern. Sie wurde vom Osmanischen Orden geschickt als Dankbarkeit für die Hilfe der Industrialisierung und Weiterbildung.

Auch fand man dort eine etwas schlichtere Brosche, welche eine Kreuzform hatte. Sie war komplett weiß, außer der Mitte. Wie in der ersten Brosche hatte sie eine goldene Mitte mit einer goldenen Krone. Um das Gold herum sah man einen Blauen Kreis. Es wurde vom König an Alfred Krupp geschickt und strahlte große Dienste an das Königreich aus. Solche Broschen wurden sehr selten verliehen.

Weiter sah man eine große Pfeife, welche von 1875 stammte. Es war der persönliche Besitz von ihm. Dazu gehörte ihm auch eine rote Tabakkiste, die mit einem goldenen Löwen an dem Deckel.

Neben dem Rauchgerät erkennte man ein Dominospiel. Es bestand aus einer großen Holzkiste mit einer ausziehbaren Platte oben drauf. Im Inneren der Box sah man große Dominosteine, welche um das Jahr 1875 Alfred Krupp gehörten.

Hinter den vielen Broschen erkennt man ein gezeichnetes Bild von einem wässerig blauen Fluss. Drum herum stehen kleine Häuser und ein Wald. Hohe Berge sind links zu erkennen. Die Zeichnung wurde von Bertha Krupp im Jahre 1880 gezeichnet und dadurch wird es klar, dass sie gerne malte und unter dem Bild im kleinen Text findet man heraus, dass sie Landschaften und das Stillleben abzubilden bevorzugte.

Unter den Broschen sieht man eine Visitenkarte von Alfred Krupp und rechts neben ihr einen Siegel. Beide Gegenstände stammen aus 1875.

Auf dem Tisch sieht man einen Abguss von Bertha Krupps linker Hand. Laut dem Museum lag dieses auf Alfred Krupps Schreibtisch.

Über dem Gegenstand sah man ein anderes Bild, das von Alfred Krupp skizziert worden ist. Er zeichnete meist seine Alltagsbeobachtungen und hier kann man erkennen, dass er einen Ausritt mit Graf Schulenburg (Hausherr auf Schloss Oefte bei Kettwig) hatte. Dazu schrieb er ein kleines Gedicht:

Graf Schulenburg kam von Oefte
Heut früh in mein Gehöfte
Ich proponierte einen Ritt
Frau Geniol ging heiter mit.

Im Museum entdeckten wir Büsten von Alfred und Bertha Krupp.

Ein wichtiger Grund der Berühmtheit der Firma Krupp sind auch die erstmals verbesserten Walzen. Sie konnten präzise und filigran als auch schnell Bestecksachen herstellen. Beim Prozess der Verbesserung waren seine Brüder Herrmann und Friedrich auch engagiert.

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Ein zweiter Grund ihrer Popularität war der Gussstahl. Zur Herstellung von Gussstahl schmilzt man Stahl in Tiegeln erneut ein, wodurch sich seine Eigenschaften verändern. Es entsteht eine gewisse Tiefenhärte und Elastizität, welche viel produktiver ist, als die ohne Krupps Konzepte beinhaltende erschaffene Guss- und Tiegelstahl. Alfred Krupp legte viel Wert auf die Qualität seiner Produkte. „Ordinär arbeiten ist gegen mein Prinzip“ sagte er, was anders heißt, dass er „normale“. Sachen nicht bevorzugt und sie deshalb verbessern möchte.

Diese drei Ringe vor welchen wir stehen, sind das Markenzeichen der Familie Krupp, da es an jeden ihrer Erfindungen zu sehen ist. An den Ringen, welche wie Eisenbahnschienen ausssahen, konnte man kein Anfang und Ende erkennen. So kam es zur neuen Entdeckung der Krupps: Den Schienenbau. Früher wurden Schienen in einzelnen Teilen gemacht und später einfach nebeneinander befestigt. Dadurch konnte man beim Zugfahren leichtes Holpern spüren. Krupp jedoch hatte die Idee, die Schienen später zusammen zu schmelzen. Zuerst wurden diese wie auch davor, in einzelnen Teilen gemacht. Doch beim Zusammenbauen dieser wurden sie zusammengeschweißt und es ergab eine ganze große Schiene.

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Auf diesem Bild sieht man das Interesse der Krupps an der Medizin. Sie erschufen die ersten Messer und Scheren, welche wie hier abgebildet, anscheinend für die Kieferorthopädie bestimmt waren. Rechts sieht man die ersten Brackets, welche an den Zähnen nicht kleben, wie es die heutigen tuen, sondern einfach angezogen und eine Zeit lang getragen wurden, um sie danach abzunehmen.

Die Familie Krupp beschäftigte sich auch mit Lokomotiven und ihrem Bau. Sie erschufen sogar eine eigene.

Die Firma von Friedrich Krupp erhielt ein internationales Diplom aus Russland, wo gesagt wird, dass sie an einem Projekt im Jahr 1965 teilnahm, welches sich auf das Fachgebiet „Chemie in der Weiterentwicklung, Bau und Landschaft“ spezialisiert, in dem man den Qualitätswert der Produktion verschiedener Betriebe überprüft.

Da durch die Ideen und Interesse an der Industrie die Krupp Familie zu den Einfallsreichsten gehörten, hatten sie dadurch ein großes Einkommen. Sie lebten in einer sehr großen Villa und deshalb musste dort jemand für Ordnung sorgen. Aus diesem Grund bauten sie ein zweites Haus in der Nähe, damit dort die Dienstleute leben könnten.

Dort angekommen betraten wir einen gewaltigen Korridor. An den Wänden sah man manche Familienmitglieder gezeichnet und in vergoldeten Rahmen hängen.

Weiter in der Villa sahen wir viele andere Habseligkeiten von Krupp. Hohe Bücherschränke dekorierten die Räume und man hatte das Gefühl in einer Bücherei zu sein. Dadurch konnte man einen Endschluss ziehen, dass die Familie Krupp sehr gebildet war und gerne neues dazulernte.

Unter den Büchern fand man auch viele Klassiker vor, wie zum Beispiel die Brüder Grimm. Selbst Wörterbücher auf verschiedenen Sprachen konnte man betrachten.

Was uns noch aufgefallen ist, ist dass es auch im Diensthaus an Wänden und Schränken Verzierungen gab, welche auch eine Konkurrenz für das Haupthaus bilden könnte. Selbst an den Bücherschränken sah man diese:

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Im Gebäude gaben wir einem Esstisch von Alfred Krupp eine besondere Aufmerksamkeit, weil es sich auf einem kleinen Podium befand. Im Raum konnte man auch hohe Bücherregale sehen. Fünf Stühle mit bunten Stoff an dem Stuhlrücken waren zu erkennen. Ein schöner Kronleuchter und die riesigen Fenster lassen durch das viele Licht das Essraum gut beleuchten.

Auf diesem Foto möchte ich die gewaltigen Korridore zeigen, welche auch im anderen Haus auch vorzufinden waren.

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In einer anderen Abteilung konnten wir einen großen Wandteppich begutachten. Da es wahrscheinlich sehr teuer war, hatte dir Familie Krupp, genauso wie dir Portraits in der Eingangshalle, in einem vergoldeten Rahmen aufgehängt. Drauf zu sehen sind sechs Frauen in einem Wald lachend mit einem Hund spazieren. Sie tragen sehr lange Gewänder und eine von ihnen hat einen Gehstock mit.

Als nächstes erspähten wir einen großen Ballsaal, den wir leider nicht betreten durften. An den Wänden hingen unzählige Bilder und der Raum war mit verschiedenen Schnörkeln dekoriert. Durch die vielen Kronleuchter wurde der Raum erleuchtet und das ein wenig gelbstichige Licht erzeugte eine entspannende und lockere Atmosphäre im Saal.

Nachdem wir den ersten Stock begutachtet hatten, gingen wir weiter. Beim Aufsteigen zur zweiten Etage ist uns aufgefallen, dass selbst die hölzernen Treppen überall Muster hatten.

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Im zweiten Stock fanden wir wieder einen langen Korridor und einen schwarzen Schrank. Er fiel uns sofort ins Auge, weil er sehr geschmackvoll aus Holz ausgeschnitten wurde. Neben ihm konnte man auch einen dazu passenden Kronleuchter erkennen.

Ich vermute, dass die langen Flure als ein verlängerter Ballsaal verwendet wurden.

Einer der Räume unterschid sich am meisten für uns. Er war im Gegensatz zu den anderen recht klein, aber es wurde durch die riesigen Fenster so gut erhellt, dass man dachte, man befände sich in einer Lampe. Natürlich dürften die extravaganten Kronleuchter nicht fehlen.

Passend zu meinem Hobby, dem Klavierspielen, fand ich ein Klavier dort.

Zum Abschluss erblickten wir einen gewaltigen Balkon. Man konnte es eigentlich schon als eine Terrasse bezeichnen. An den kleinen Säulen konnte man sehr runde Kelche sehen, welche als Blumentöpfe benutzt werden. Mir ist aufgefallen, dass die Türen und Fenster zwei Mal vorhanden waren, was heißt das man zwei Mal die Tür aufmachen musste um den Balkon zu betreten. Durch den Doppeleingang musste auch vielmehr Glas benutzt werden als sonst. Dieses Prinzip wurde benutzt, weil das verwendete Material sehr dünn und fein ist, und es deshalb vor kälte nicht gut schützt.

Durch diesen Ausflug konnten wir einen guten Einblick in die Entwicklung der deutschen Industrie bekommen. Auch fanden wir viel mehr über den, bis heute noch gebliebenen, Betrieb „ThyssenKrupp“ heraus.


Martina Schröder